Dennis Dingeldein's Homepage

home
kontakt
impressum
vor
zurück


wandern moped segeln bastelecke urlaubsbilder computer ikebana







Der Bergfreund - Handbuch für Wanderbegeisterte

von Anton Pichlhuber

Achtung: Satire!!!


Diese Webseite ist ein mittels OCR nachbearbeiteter Scan des kleinen "Breviers für Wanderfreunde", das Anton Pichlhuber während seiner Berggeherzeiten geschrieben hat, oft auf Brotbeutelpapier und ähnlichem Material. Das Werk wurde vom Blümli-Verlag, Zürich 1947 in einer Auflage von 50 Stück herausgegeben. Der Blümli-Verlag ist 1948 leider bankrott gegangen. Ich habe ein mir vorliegendes Exemplar eingescannt und so in einen Zustand gebracht, dass man es im Web präsentieren kann. Allerdings sind bisher nur die Einleitung und die ersten beiden Kapitel verfügbar.

Einleitung                   

Dieses kleine Büchlein soll dem verständigen Wandersfreund, und da insbesondere dem angehenden Wanderbegeisterten, der vielleicht zum erstem Male einen Aufenthalt in den Bergen plant, alles notwendige für erfolgreiche Touren in der faszinierenden Bergwelt mit auf den Weg geben.

Das Büchlein möchte auch insbesondere aus der Praxis heraus berichten. Damit unterscheidet es sich wohltuend von vielen, scheinbar ähnelnden Werken. Diese gehen allzu oft mit wohlmeinender, im Grunde jedoch unnötiger und übertriebener Vorsicht an das Thema heran. Diesen Werken ist es dann zuzuschreiben, daß die schöne Bergwelt nur von wenigen unerschrockenen Zeitgenossen überhaupt besucht wird. So ist es gerade das Anliegen des vorliegenden Bändchens, dem Neuling und Neugierigen zunächst die Scheu zu nehmen und ihn nicht mit unnötigem Wissens- und Pflichtenballast zu versehen.

Dieses Bändchen ist eine erweiterte Ausgabe des Originals des getreuen, weithin jedoch unbekannten unerschrockenen Berggehers Anton Pichlhuber, der leider allzu jung auf einer seiner letzten Touren tödlich verunglückte. Dieser hat in vorbildlicher Weise gezeigt, daß auch schwerste hochalpine Bergtouren ohne Ortskenntnis, Verpflegung oder gar spezielle Ausrüstung zu meistern sind. Auf den wenigen Touren, die Anton Pichlhuber nach seinen Ideen durchführen konnte, hat er jedoch alles Notwendige mit Akribie schriftlich festgehalten.

Dieses profunde Erfahrungswerk Pichlhubers, das ein kurzes, aber reiches Berggeherleben destilliert, hat Generationen von Wandersfreunden begeistert. Letztlich ist es - durch Ignoranz der etablierten Verlage, aber auch durch das Verschwinden besagter Generationen von Anhängern der Ideen Pichlhubers im Berg, die das Wissen hätten weiter verbreiten können, - schliesslich doch ganz in Vergessenheit geraten.

Der Verlag hat in verständiger Weise dem Wunsch des Herausgebers entsprochen und das Werk vom Gebrauchsnutzen her sehr nahe der Erstausgabe als gebundenes Heftchen mit Lesebändchen herausgebracht. Damit läßt es sich auf kleineren und größeren Bergtouren leicht in jede Tasche stecken und paßt selbst im Hüttenschlafsack noch unters Kopfkissen, auch wenn die Jünger Pichlhubers die rettenden Berghütten -zu oft- nicht erreichten. Seis drum: Möge das vorliegende Büchlein ganz im Sinne von Anton Pichlhubers zum Brevier des jungen Wanderfreundes werden. Und jetzt: in Medias Res!

Kapitel 1: Vom Sinn der Ausrüstung

Durch gewisse Autoren, deren Erfahrungswelt nicht die Bergwelt eines Anton Pichlhubers ist, ist dieser Punkt des Bergwanderns ganz unnötig in den Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit gerückt. Der junge Berggeher merke hier auf bei den Worten Anton Pichlhubers: "Eine gute Bergtour gewinnt nicht durch die Ausrüstung".
So hat Anton Pichlhuber, der die Berge, wie er selbst schreibt, bei einer Autopanne auf der Fahrt an die italienische Riviera kennengelernt hat, zum Beispiel den "Hohen Riffler" in der Silvretta mit einfachen Badeschuhen bestiegen, während die Mitreisenden den defekten Motor untersuchten und sich zu Fuß Richtung Werkstatt aufmachten. Mit Badeschuhen, weil er zu diesem Zeitpunkt auf einen Badeurlaub eingestellt war. Und ist es nicht auch allzu durchsichtig, welche Kreise schweres und massives Schuhwerk propagieren, das den guten Berggeher nur hemmt?

Es ist dies die mächtige Tourismus-Industrie, die an einem reinen und natürlichen Genuss der Bergwelt ja nichts verdienen kann. Dementsprechend gelangen immer wieder sogenannte Berichte und Machwerke bezahlter Schreiberlinge an die Öffentlichkeit. Diese Werke stellen die Art und den Umfang der Ausrüstung in den Vordergrund. Dem steht stark und aktuell wie nie zuvor Anton Pichlhubers Idee des totalen Minimalismus entgegen.

Ähnliches meisselt Anton Pichlhuber den Schreiberlingen auch über wetterfeste Kleidung ins Stammbuch. Anton Pichlhuber hat seine Touren nur gemacht, wenn auch das Wetter gut war. Wozu dann überflüssige Regenkleidung oder schwere Wollpullover? Anton Pichlhuber dazu ganz einfach: "Das unbeschwerte Alpenglück reist mit leichtem Gepäck".

So kann mit Anton Pichlhuber gesagt werden, das auch für eine schwere Bergtour keine besondere Ausrüstung nötig ist. Was man gerade dabei hat, nehme man einfach mit. So erlangt man eine wunderbare Spontanität, denn auch der Zeitpunkt der Tour kann nach Gutdünken gewählt werden. Aber dazu mehr in späteren Kapiteln.

Heutige Alltagskleidung ist in vieler Hinsicht ideal geignet, auch für mehrtägige Hochgebirgstouren. Spezielle Bergkleidung ist hingegen nicht nur unnötig teuer in der Anschaffung, sondern enttäuscht durch eine kunstlose Klobigkeit das auch modisch interessierte Auge. Hier steht uns Anton Pichlhuber als leuchtendes Vorbild voran. Hat er doch 1959 direkt im Anschluß an eine Dinnerparty bei Freunden im Smoking und feinen Lackschuhen die Zugspitze und den naheliegenden Schneeferner-Gipfel in einer Nacht erstiegen. Gegen neun Uhr morgens wollte unser tapferer Recke wieder bei den Gastgebern zum Brunch zurücksein, war aber wegen Gehbeschwerden infolge von folgenreichen Trittfehlern auf dem Schneeferner-Gletscher leider für die nächsten Wochen verhindert.

Müssen noch mehr eindeutige Beweise für die Bedeutung der Ideen Pichlhubers gebracht werden? Sicher nicht.

Die wahre Ernte der Ideen läßt sich aber erst bei der eigentlichen Tour-Durchführung einfahren.

Kapitel 2: Auf der Tour

Mag der Berggeher im Alltagsleben als Arbeiter seinen Mann stehen, als Anwalt für Recht kämpfen oder am Schalter einer Bank arbeiten. Was wirklich in ihm steckt, erleben wir erst, wenn wir ihn im Berg sehen. Wie ist doch der eine oder andere von uns über sich hinausgewachsen, wenn es seinen Einsatz am Berg zu leisten gab! Wir gehen hier unseren gedanklichen Weg mit Pichlhuber, der dies schon vor langer Zeit in seinem Werk fixierte: "Willst Du einen Freund gewinnen, nimm ihn mit in die Berge".

So fokussiert sich alles im Leben des Berggehers auf die Tour, ihre Schwierigkeiten, ihre Gefahren und ihre Geheimnisse. Und zwischen den Touren ist die Zeit zuhause erfüllt von der geschäftigen Emsigkeit des Berggehers zur Vorbereitung der nächsten Tour.

Was ist für die ideale Vorbereitung einer geheimnisvollen, überraschenden und fordernden Tour nun genau zu tun? Die jüngeren unter den Lesern mögen aus den folgenden Zeilen das möglichste mitnehmen, daß sie fassen können, den das Misslingen einer Tour keimt in einer falschen Planung. Die alten Hasen, von denen -wie ich aus Gesprächen mit Bergfreunden aus aller Landen weiss- viele diese Zeilen lesen, mögen die Stirn runzeln ob des einen oder anderen Ratschlags und aus der einen oder anderen Situation in ihrer Berggeherpraxis einen anderen Rat geben wollen. Ihnen seis gesagt: was für sie gut ist, muß für andere nicht schlecht sein. Anton Pichlhuber hat die hier zusammengestellten Ratschläge aber an eigenem Leibe öfter ausprobiert, und sie waren im Grunde genommen für ihn nicht schlecht. So laßt uns denn das Fachsimplen zurückstellen bis die jüngeren Berggeher auf Tour sind, wir würden sie höchstens verwirren!

Was ist nun für den Wanderfreund, den es in die Berge, zunächst noch mit wenig konkretem Ziele, zieht, zu tun?





wandern moped segeln bastelecke urlaubsbilder computer ikebana