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Mopedfahren

Ich fahre seit einigen Jahren Moped. Es fing an mit einer Honda CX500, später kam als Zweitmoped eine kleine Yamaha RD 125 hinzu. Ich kam erst spät zum Hobby Motorradfahren. Angesichts des Risikopotentials bin ich darüber eigentlich auch ganz froh.
2004 ging die CX kaputt, der Kettenspanner war am Ende, ich wollte die Reparatur nicht mehr machen lassen. Ich habe mir dann eine Yamaha TDM 850 und später eine Honda Dominator zugelegt.

Hier meine Eindrücke zu den Maschinen.

Honda CX 500

Honda CX 500

Die sogenannte "Güllepumpe" (http://de.wikipedia.org/wiki/Honda_CX_500). Wer den entsprechenden Werner-Comic nicht kennt, ist selbst dran schuld. Dank guter Beratung habe ich diesen Oldtimer (23 Jahre alt!) vor Jahren gekauft und hatte praktisch keine Reparaturen oder Defekte. Die einzige teure Anschaffung waren neue Reifen, weil ich den vorhandenen nicht mehr traute. Da Motorräder kaum rosten, treten hier nicht die Probleme wie bei alten Autos auf.
2004 war der Kettenspanner am Ende.

Motorradfahren ist auch immer etwas Technikbegeisterung, daher hier ein paar technische Daten zu meiner CX:

Technische Details
Marke und Typ Honda CX 500
Hubraum 493 ccm
Höchstgeschwindigkeit 180 km/h (mindestens :-)
Leistung 37 KW / 50 PS bei 9000 rpm
Drehmoment
43 Nm bei 7000 U/min
Tankinhalt 17L "Normal Bleifrei" inclusive 3.5 L Reserve
Verbrauch 3.6-5.8 L / 100 km (unter 3 Liter sind zur Not möglich)
Trockengewicht (Maximalgewicht) 217 kg (397 kg)
Baujahr 03.1981

Yamaha RD 125LC

Yamaha RD 125LC Yamaha RD 125 LC

RD steht für "Racing Division" also die Rennabteilung von Yamaha. Dies sagt viel über den Charakter dieser kleinen Maschine. Es ist ein weitere Oldtimer, Baujahr 1985, der in der Mitte der 80er Jahren das obere Ende der Möglichkeiten der 125er Maschinen darstellte. Die RD fängt bei etwa 6000 Umdrehungen richtig an zu ziehen, vorher ist kaum etwas an Power zu merken. Bei ca. 7000 Umdrehungen ist auch schon wieder Schluss, man muss also schon sehr viel schalten. Dafür ist sie extrem leicht und unglaublich wendig, ähnlich einem Fahrrad.Bei Kurvenfahrten auf engen und bergigen Strecken ist sie schwereren und stärkeren Maschinen deutlich überlegen.

Auch hier eine Tabelle:

Technische Details
Marke und Typ Yamaha RD 125 LC
Hubraum 123 ccm
Höchstgeschwindigkeit 125 km/h
Leistung 13 KW / 17 PS bei9160 U/min
Tankinhalt 13L "Normal Bleifrei" inclusive3 L Reserve
Verbrauch 4-6L / 100 km
Trockengewicht (Maximalgewicht) 102 kg (310 kg)
Baujahr 04.1985

Yamaha TDM 850

Die TDM (http://de.wikipedia.org/wiki/Yamaha_TDM) war in den frühen 90er in keine damals existierende Klasse einzuordnen. Bequem zum touren, kraftvoll und wendig versuchte sie von allem etwas zu sein. Heute würde sie unter den Begriff "Funbike" eingeordnet werden.
Die Maschine ist leise, sehr kräftig, benötigt kaum Wartung und ist, wie ich finde, schön anzusehen. Sie ist leider schlecht wartbar (selbst Zündkerzenwechsel ist ein Problem, Tank muss abgebaut werden...) und für mein Gefühl zu eigensinnig im Handling. Man ist mit ihr ruck-zuck "zu schnell" (3,8s von 0 auf 100!) und beim Runterbremsen wirken die Bremsen schwach (sie sind es nicht). Ihr Schwerpunkt ist ausserdem recht hoch. Ich habe mich auf der TDM nie so ganz wohl gefühlt.

Auch hier eine Tabelle:

Technische Details
Marke und Typ Yamaha TDM 850 3VD
Hubraum 849 ccm
Höchstgeschwindigkeit >200 km/h
in 3,8s von 0-100Km/h
Leistung 57 KW / 78 PS bei 7500 U/min
Drehmoment
81 Nm bei 6000 U/min
Tankinhalt 18L "Normal Bleifrei" inclusive 3,5 L Reserve
Verbrauch ? L / 100 km
Trockengewicht (Maximalgewicht) 229 kg (435 kg)
Baujahr 03.1993

Honda NX 650 Dominator

Ja, tatsächlich, eine echte Einzylinder-Enduro (http://de.wikipedia.org/wiki/Honda_NX_650). Das gute Stück habe ich bei ebay erstanden. Die Probefahrt hat so viel Spass gemacht, dass ich einfach nicht widerstehen konnte. Mein Exemplar wurde noch in Japan und nicht wie ab 1996, in Italien gebaut. Die Dominator ist der Nachfolger der Honda XL, der Nachfolger der Dominator ist die Honda SLR 650.
Die Dominator ist leicht, wirkt beim Fahren immer beherrschbar, geht gut ab und klingt gut. Sie hat einen riesigen Federweg, den man in Frankfurt natürlich dauernd braucht (lach). Optisch ist sie, finde ich, auch gelungen. Meine Meinung nach über 1 Jahr Besitz: Die Domi ist ein Moped, das man freiwillig nicht mehr hergibt...




Auch hier eine Tabelle:

Technische Details
Marke und Typ   Honda NX650 Dominator RD02
Hubraum 644 ccm
Höchstgeschwindigkeit >150 km/h, aber schneller als sagen wir 120 möchte man mit der unverkleideten Domi eh nicht fahren, zu starker Winddruck...
Leistung   32KW / 44 PS bei 6000 U/min
Von 0-100: ? (Man muß halt aufpassen, dass man im Sattel bleibt...)
Drehmoment
53 Nm bei 5500 U/min
Tankinhalt 16L "Normal Bleifrei" inclusive 2,5 L Reserve
Verbrauch  4,xL / 100 km sind machbar
Trockengewicht (Maximalgewicht) 152 kg (332 kg)
Baujahr 08.1992

Die Honda Dominator wird seit längerem nicht mehr gebaut, so dass man z.B. Zubehör wie Tourenscheibe oder Kofferträger nicht mehr einfach so bekommt. Bei ebay finden sich aber alle Gebraucht-Teile oder auch mal fabrikneue Restbestände.

Das Wartungshandbuch sowie das normale Nutzerhandbuch für die Domi kann man entweder neu oder gebraucht heute noch erstehen, das Nutzerhandbuch kann man sich sogar ganz offiziell bei Honda als PDF herunterladen. Das Wartungshandbuch geistert ebenfalls im Internet als PDF-Scan umher. Einfach mal mit Google sorgfältig und kreativ suchen...

Neben den offiziellen Dokumenten gibt es im Internet auch eine Nutzer-Community

CDI-Einheit der Dominator defekt – Honda Dominator springt nicht mehr an

Meine Dominator sprang schon kurz nach dem Kauf nicht mehr an. Mit dem Messgerät habe ich diverses durchgemessen. Erregerspule, die durch einen Stromstoss, der durch Induktion entsteht, den Zeitpunkt der Zündung vorgibt war ok (ein paar hundert Ohm). Die Primärwicklung der Zündspule auch (0,6 Ohm). Diese beiden Dinge kann man am Stecker der CDI-Einheit messen. Die Sekundärwicklung der Zündspule war auch ok (20,8 KOhm, kann man direkt zwischen Zündkerzenstecker und Masse messen). Schliesslich lagen an der CDI auch die Versorgungspannung von 12V an und scheinbar funktionieren auch der Not-Aus-Schalter und der Ständerschalter wie sie sollen. Da blieb nur die CDI-Einheit selbst übrig. Es soll bei der Domi durch die starken Vibrationen dazu kommen, dass irgendwann die Lötstellen der Bauteile in der CDI-Einheit schlechten elektronischen Kontakt bekommen. Das kann dann heute mal funktionieren, morgen nicht.

Bei ebay nachgeschaut, da gibt es neue CDIs für die Domi (Typenbezeichnung MN9 Cl554) und auch welche für die Honda Transalp (Typenbezeichnung MS8 Cl558), die auch passen sollen. Ein Blick ins Wartungshandbuch zeigt, das die Stecker identisch sind, die Steckerbelegung auch und auch die Zündzeitpunkte (8 Grad bzw. 28 Grad ... XXX). Da andere Leute behaupten, sie fahren die Domi mit einer Transalp-CDI schlage ich zu und erstehe eine fabrikneue CDI-Einheit von Shindengen für die Transalp, die wohl irgendwo jahrelang im Regal lag für 130 Euro. Sie ist in der Länge etwas kürzer (ca. 1cm) und passt genau in die Gummihalterung der Original-CDI. Und was soll ich sagen, sie funktioniert auch wunderbar, kein Unterschied zum Original.


Links die alte MN9 Cl554 der Dominator, rechts die neue MS8 Cl558 der Transalp

Die Transalp-CDI war übrigens Gegenstand intensiver Forschung, obwohl das Teil vergossen ist, wurde Reengineering betrieben und der Schaltplan der Einheit ist seitdem bekannt. Es gibt im Internet darüber hinaus Bauanleitungen für eigene CDIs, die technologisch weiterentwickelt sind und man kann in Tschechien moderne Zündeinheiten -sogar schon mit passendem Steckern- für diese ollen Bikes kaufen.

Skalenlämpchen wechseln

Die starken Vibrationen des grossen Zylinders zerrütten irgendwann jedes noch so tapfere Glühbirnchen. Mein Cockpit war beim Kauf dunkel, keine Lampe funktionierte. Zum Wechseln der Lämpchen muss man nur die Minischeibe (das Mittelteil der Verkleidung an 4 Schrauben (oder auch nur an drei, die letzte nur halb rausdrehen)) entfernen und kann dann die Skalenlämpchen, die in weichen Gummifassungen von hinten im Tachogehäuse stecken herausziehen und wechseln. Es sollen 4 Stück sein, ich habe nur drei gefunden. Bei Honda kann man pro Birne so etwa 5 Euro ablöhnen. Für einen Neukauf der Typen bei alternativen Anbietern (ja es sind wirklich zwei verschiedene Typen, kreisch) muss man die Typenbezeichnung der Birne und des Sockels kennen, ich liste sie hier:

Birnentyp
Sockeltyp
Watt
Für
Louis-Teilenummer
T10
W2,1 x 9,5d
1,7
Drehzahlmesser
10031080
T6,5
W2 x 4,6d
1,2(?)
Tacho
T5: 10031032

T-Typen mit sogenannter „Telefonfassung“ sind ungeeignet. Man benötigt „Glassockelfassungen“. Da T6,5 in etwa so selten ist wie Schnee in der Wüste habe ich probeweise T5 gekauft, die gibts überall (z.B. bei Louis). Und diese Lämpchen passen auch gerade so. Kann sein, dass sie bei der Algeriendurchquerung doch herausrütteln, weil sie etwas schmaler sind. Für Frankfurts Strassen langts aber.

Defekte „Gummimuttern“ der Verkleidung

Bei der Domi ist die Minischeibe mit 4 M5 Schrauben in sogenannten Gummimuttern befestigt. Diese stecken von oben in der unterliegenden Verkleidung, auf die die Tourenscheiben geschraubt wird. Bei meiner Domi war eine Gummimutter schon weg und eine zweite gerissen und damit defekt. Auch diese Spezialteile kosten bei Honda viel Geld (~6 Euro pro Stück). Recherche bei den bekannten Bike-Shops brachte bei Louis alternative Produkte zu Tage. Auch kann man dort die Plastik-Unterlegscheiben für Verkleidungsschrauben nachkaufen.

Gemischregulierschraube verloren - was tun?

Diese Schraube hängt nach unten am Vergaser und fällt durch Rütteln auch mal raus. Ganz blöd, denn Weiterfahren ohne diese Schraube geht nicht. Also viel kann man in dem Fall nicht tun, man braucht halt eine Ersatzschraube...

Eines Tages wollte meine Domi -nach einem Zwischenspurt an der letzten Ampel- plötzlich gar nicht mehr. Null Leistung, bei jedem Gasgeben geht sie sofort aus. Ich rette mich an den Straßenrand. Egal was ich probiere, weiterfahren geht nicht. Es ist dunkel und tun kann ich gar nix. Also zu Fuß weiter... tolle Sache, es ist Ende Januar und saukalt, wie mir jetzt erst auffällt :-)

Am nächsten Morgen mache ich mich auf zu meiner Domi, ein bischen Werkzeug im Rucksack. Nach fünf Minuten steht fest: Am Gemisch kann ich erstmal nichts mehr einstellen, die Gemischregulierschraube ist nämlich weg. Zwei Unterlegscheibchen liegen noch auf dem Motorblock, die Schraube selbst ist verschwunden. Dies ist keine einfache Schraube wie man sie im Werkzeugkasten hat, sondern ein ganz kompliziertes kleines Ding aus Messing. Vielleicht kann ich was über den Honda-Händler bestellen. Ich schlage aber wenige Stunden bei ebay zu und ersteigere gleich einen kompletten Vergaser für 40 Euro. Der ist vier Tage später da und mit der Schraube bewaffnet fahre ich zu meiner Domi.

Nach Einsetzen muß ich die Gemischregulierung neu einstellen, das ist im Handbuch ganz ordentlich beschrieben. Allerdings kann ich die Maschine vorher nicht wie gefordert warm fahren. Ich stelle sie daher erstmal so ein, dass ich damit überhaupt mal losfahren kann. Nach einer Viertelstunde stelle ich sie dann richtig(er) ein.

Die Schraube kann man mittels eines Drahtes sichern. Der Draht läuft dabei durch den Schraubenschlitz und seine beiden Enden werden irgendwo am Vergaser befestigt. Dann kann sich die Schraube nicht mehr herausdrehen.
 
Hier Infos zur Schraube (für den Fall das man sie mal nicht mehr bekommt und auf der Drehmaschine anfertigen muss...):
  • Gummischeibe (im Bild oben rechts): Dicke=0,75mm, Außendurchmesser=ca. 5,1mm, Innendurchmesser=ca. 3mm, konisch geformt
  • Messingscheibe: Dicke=0,5mm, Außendurchmesser=5,0mm, Innendurchmesser=3,05mm
  • Druckfeder: Länge 9,5mm, Außendurchmesser=4,8mm, Innendurchmesser=3,25mm
  • Schraube: Gewindesteigung 0,5 , Gewindeaußendurchmesser 5,9mm.

Gemischregulierschraube der Dominator. Auf dem langen Schaft sitzt von links nacht rechts die Druckfeder, der Messingring und der Gummiring.

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Maße der Gemischregulierschraube. (Oh nein, Längen habe ich in der Eile nicht aufgeschrieben ;-( )



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